Skip to main content

Wie hängen Akne und Hormone zusammen?

Hormonschwankungen bzw. die veränderte Empfindlichkeit der Talgdrüse auf zirkulierende androgene Hormone (z. B. während der Pubertät oder des Monatszyklus) führen zu einer Zunahme der Hornzellenproduktion (Hyperkeratose) und der Talgproduktion (Seborrhö). Dies bildet die Grundlage für das Wachstum von Bakterien, die schliesslich die sichtbaren Entzündungen (Pickel) entstehen lassen.

Hormonelle Unterschiede zwischen Mann und Frau

Bei allen Unterschieden zwischen Mann und Frau gibt es doch auch einige Gemeinsamkeiten:

Während der Pubertät steigt bei beiden Geschlechtern der Testosteronspiegel an. Testosteron ist ein sogenanntes Androgen, ein Sexualhormon. Bei Männern sorgt es für das Wachstum von Penis und Hoden, bei Frauen für Muskel- und Knochenstärke. Unerwünschter Nebeneffekt ist die hohe Wahrscheinlichkeit, in der Pubertät auch Akne zu entwickeln. Mehr als 70 % aller Jugendlichen haben während der Pubertät mit unreiner, zu Akne neigender Haut zu tun.

Insbesondere die Hormonschwankungen während der Pubertät machen Teenager anfällig für Akne.

Bei den meisten lässt die Akne nach der Pubertät deutlich nach. Doch auch bis zu 40 % aller Erwachsenen (ab 25 Jahren) sind zumindest zeitweilig von Akne betroffen.1 Das Erstaunliche: 75 – 85 % davon sind Frauen.2

Und genau hier beginnen die Unterschiede.

Während sich bei Männern der Hormonspiegel im Laufe der Jahre einpendelt, schwankt er bei Frauen weiterhin. Gerade im Alter von 20 bis 40 Jahren und dann noch einmal während der Wechseljahre sind Frauen besonders anfällig für hormonell ausgelöste Akne. Hintergrund dafür sind drei Faktoren:

  • Der Menstruationszyklus
  • Mögliche Schwangerschaft(en)
  • Die Wechseljahre

Akne vor und während der Periode

Laut einer dermatologischen Studie erleben über 60 % aller von Akne betroffenen Frauen eine regelmäßige prämenstruelle Verschlimmerung ihrer Symptome3.

Der Grund hierfür liegt darin, dass der weibliche Menstruationszyklus einen kontinuierlich steigenden und wieder fallenden Hormonspiegel verursacht. Dadurch kann die Haut in den unterschiedlichen Phasen auch unterschiedlich betroffen sein.

Der Menstruations-Zyklus dauert üblicherweise 28 Tage. Er beginnt mit dem ersten Tag der Periode und endet einen Tag vor der nächsten Blutung – und jeder Tag gestaltet sich hormonell anders:

  • Tag 1 bis 14: 
    FSH und LH, zwei Hormone, die von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet werden, steuern die Funktion der Eierstöcke, also die Hormonproduktion (Östrogene, Progesteron) und den Monatszyklus mit dem Eisprung. Das Östrogen dominiert zu diesem Zeitpunkt gegenüber dem Progesteron.
  • Tag 14 bis 28: 
    Der Östrogenspiegel sinkt wieder, das Progesteron (ein Gelbkörperhormon, welches das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut anregt und diese auf das Einnisten der befruchteten Eizelle vorbereitet) wird dominant – vor allem dieser Anstieg stimuliert die Talgproduktion.

Die Menstruations-Akne flackert üblicherweise sieben bis zehn Tage vor der Blutung auf – also etwa an Tag 18 bis 21. Während der Periode selbst verbessert sich der Zustand der Haut meist.

Kurz bevor die Blutung beginnt, sind sowohl Östrogen als auch Progesteron auf dem niedrigsten Niveau. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Testosteronspiegel (bei Frauen immer niedriger als bei Männern) tatsächlich höher als der der weiblichen Hormone, was zu mehr Talgproduktion führt.